Induktive Höranlagen - Leistungsbeschreibung

Schwerhörigkeit – die erhebliche Einschränkung des Hörvermögens – gehört mit großem Abstand zu den häufigsten körperlichen Beeinträchtigungen. Während gehörlose Menschen, die von Geburt an taub sind, ausschließlich optische Kommunikationshilfen verwerten können, fällt es ertaubten Menschen in der Regel leichter, von den Lippen abzulesen und schriftliche Informationen zu verarbeiten. Schwerhörige Menschen hingegen benötigen technische Hörhilfen.

Hier gelten induktive Höranlagen (umgangssprachlich auch als Gehörlosenschleife oder Induktionsschleife bezeichnet) nach der DIN-Norm EN 60118-4 als optimale Wahl. Durch die direkte Übertragung des Sprach- oder Musiksignals in das Hörsystem werden Stör- und Nebengeräusche weitgehend eliminiert. Auf diese Weise wird nicht nur das Verstehen wesentlich erleichtert – auch sind Anwender nicht auf externe Empfangsgeräte angewiesen, da sämtliche Bestandteile einer induktiven Höranlage in das Hörgerät integriert sind

Schwerhörige Menschen sind mit Abstand die größte Behindertengruppe. Stand
2010 sind in Deutschland ca. 19% der Bevölkerung von Hörbehinderungen betroffen,
die Hälfte davon ist unter 70 Jahre alt. Der Anteil der Menschen mit Hörschädigung
steigt ständig, z.B. verdoppelt sich die Jugendschwerhörigkeit ca. alle 7 Jahre.
Jedes Jahr werden in Deutschland ca. 1500 gehörlose Babys geboren, die durch Implantation
eines so genannten Cochlear-Implantats (Innenohrprothese mit speziellem
Hörgerät, abgekürzt CI) hören können.
Grundsätzlich ist es wichtig zwischen den Bedürfnissen schwerhöriger, ertaubter und
gehörloser Menschen zu unterscheiden. Gehörlose Menschen (sind von Geburt an
Taub) benötigen rein optische Kommunikationshilfen (vorrangig Gebärdensprachdolmetscher,
ergänzend schriftliche Information, visuell wahrnehmbare Sondereinrichtungen).
Ertaubten Menschen (waren früher gut hörend) fällt es erfahrungsgemäß
leichter von Lippen abzulesen und schriftliche Informationen zu verarbeiten. Schwerhörige
Menschen benötigen technische Hörhilfen.
Hören ist das rein physiologische Aufnehmen von akustischen Informationen.
Verstehen ist das Zuordnen zu bekannten akustischen Strukturen.
Dabei ist das Verstehen an komplexe Algorithmen im Gehirn gekoppelt. Nur wenn
der Input (das Hören) fehlerfrei funktioniert, kann das Gehirn daraus ein sinnvolles
Ergebnis errechnen – das Verstehen.
Bei Menschen mit Hörschädigung ist dieser fehlerfreie Input nicht gegeben. Wesentliche
Informationen gelangen nur verzerrt oder gar nicht in das Hörzentrum. Der
Schwerhörige hört zwar etwas, aber das Gehirn kann den Inhalt nicht decodieren –
die Person versteht nicht.
Hier sind induktive Höranlagen die beste technische Hilfe.
Durch die direkte Übertragung des gewünschten Signals (Sprache, Musik) in das
Hörsystem der betreffenden Person, werden Stör- und Nebengeräusche weitgehend
eliminiert, der Schwerhörige bekommt ein optimales Signal angeboten. Das Verstehen
wird damit wesentlich erleichtert. Externe Empfangsgeräte sind nicht erforderlich
– alles ist im Hörgerät enthalten.
Induktive Höranlagen verkürzen technisch den akustischen Abstand Sprecher/Hörer.
Sie werden umgangssprachlich auch Gehörlosenschleife, Schwerhörigenschleife
oder einfach nur Induktionsschleife genannt. Die korrekte Bezeichnung lautet „induktive
Höranlage“.
Wichtigste Vorraussetzung ist eine Funktion der induktiven Höranlage nach der DIN
EN 60118-4.